Die psychologie der masse
Dies ist das Schicksal eines jeden Volkes.
Psychologie der Massen. Das Grundlagenwerk vom Begründer der Massenpsychologie
Gustave Le Bon hat seine Psychologie der Massen stark gegliedert: Das nur Seiten umfassende Werk ist in drei Bücher unterteilt, die sich wiederum aus mehreren Kapiteln und Paragrafen zusammensetzen. Inhaltlich ist das Buch allerdings weniger stringent, der Autor neigt dazu, seine Thesen öfters zu wiederholen. Überhaupt sind Thesen und Behauptungen das zentrale Merkmal des Textes.
Genaue Herleitungen oder Beweise liefert Le Bon dagegen kaum, stattdessen führt er etliche historische Fallbeispiele an, vor allem aus der Zeit der Französischen Revolution und Napoleons. Manchmal begründet er seine Aussagen mit Zitaten, ohne jedoch eine genaue Quelle anzugeben. So polemisiert Le Bon durchaus heftig gegen Parlamente und stützt sich dabei auf Zeugen, die er noch nicht einmal namentlich nennen kann oder will.
Beim Lesen drängt sich mitunter der Eindruck auf, der Autor habe versucht, seine eigene Theorie umzusetzen und die Masse der Leser mit unbegründeten Behauptungen und deren Wiederholung zu beeinflussen. Dazu passt der bissige, polemische Stil. Negativ wirkt heute auch Le Bons Wortschatz. Der heutige Leser fühlt sich dabei bedenklich an die Rhetorik der Nationalsozialisten erinnert — die ja auch die Methode der Massenbeeinflussung so perfektionierten, dass man glauben könnte, Le Bons Werk habe ihnen als Lehrbuch gedient.
Mit der Französischen Revolution wurde in Frankreich die absolutistische Monarchie beseitigt. Die folgenden Jahre waren von heftigen politischen Unruhen geprägt; das Streben nach einem demokratischen Staat schlug bald in blutigen Terror um, der unzählige Menschen das Leben kostete. Zugleich war das Land immer wieder in Kriege verwickelt. Bald verwandelte sich der Staat unter der Herrschaft Napoleon Bonapartes in eine Militärdiktatur.
Nach dem Sturz Napoleons kehrte mit Ludwig XVIII. Bereits im März wurde er wiederum von Napoleon vertrieben, der sich jedoch schon im Juni nach der Schlacht bei Waterloo endgültig geschlagen geben musste. Nach Aufständen in Paris wurde Karl X. Im Februar brach in Paris erneut eine Revolution aus, wieder mit verheerenden Folgen: Unruhen, Terror, Hinrichtungen, politische Instabilität.
Erst unter der autoritären Herrschaft von Kaiser Napoleon III. In der Dritten Republik ab blieb die politische Lage grundsätzlich stabil, die Auseinandersetzungen zwischen Sozialisten, Nationalisten und Monarchisten zogen sich jedoch noch über die folgenden Jahrzehnte hin. So sah Frankreich innerhalb eines Jahrhunderts vier Revolutionen; die Menschen lebten mit Terror und Unterdrückung.
Verschärft wurde die instabile politische Lage durch die gesellschaftlichen Umwälzungen in Europa: Mit der zunehmenden Industrialisierung kam es zur Verarmung breiter Bevölkerungsschichten und zur Bildung eines Industrieproletariats. Als Gustave Le Bon seine Abhandlung über die Massenpsychologie veröffentlichte, konnte er auf reiches Anschauungsmaterial zurückgreifen: Seit über Jahren wurde Frankreich von Revolutionen und politischen Unruhen erschüttert.
Zugleich machte er die Erfahrung, dass alle Versuche, eine demokratische Staatsform zu etablieren, früher oder später in Anarchie endeten, dass aber ein starker politischer Führer zumindest vorübergehend für Stabilität sorgen konnte. Bücher zur Massenpsychologie hatten vor Le Bon bereits die Kriminologen Gabriel Tarde Die Gesetze der Nachahmung , und Scipio Sighele Die verbrecherische Masse , veröffentlicht.
Le Bon griff die Ideen dieser Arbeiten auf und verband sie mit seinen eigenen völkerkundlichen Forschungen. Daneben flossen aktuelle wissenschaftliche Entdeckungen in das Werk ein. Mit den Forschungsarbeiten von Louis Pasteur und Robert Koch war erst wenige Jahre zuvor der Nachweis gelungen, dass manche Krankheiten durch Erreger übertragen werden. Auch Gregor Mendels Entdeckungen im Bereich der Vererbungslehre lagen erst 30 Jahre zurück.
Daneben keimte in jenen Jahren das Interesse an der Psychologie und besonders am Unbewussten auf; das Phänomen der Hypnose zog die Menschen in seinen Bann. Le Bon griff die neuen Erkenntnisse auf und versuchte, sie für seine Untersuchung der Massenpsychologie fruchtbar zu machen. Psychologie der Massen , das Hauptwerk Gustave Le Bons, entfaltete im ersten Drittel des Jahrhunderts eine starke Wirkung.
Zu Recht gilt der Autor als Begründer der Massenpsychologie. Kein Geringerer als Sigmund Freud sollte die Thematik einige Jahrzehnte später in seinen Arbeiten wieder aufgreifen, z. Seiner Meinung nach hatten weder Gustave Le Bon noch Sigmund Freud das Phänomen adäquat erfasst. Le Bons Thesen beeinflussen die Soziologie und Medienwissenschaft bis heute, z.
Allerdings sind sie in den vergangenen Jahrzehnten auch in die Kritik geraten. So kam der amerikanische Soziologe Clark McPhail vor einigen Jahren in The Myth of the Madding Crowd zu einem Le Bon entgegengesetzten Ergebnis, nämlich dass sich das Verhalten von Menschen als Einzelnen oder als Teil einer Masse nicht grundsätzlich unterscheidet.
Neuere empirische Forschungen, z. Gustave Le Bon wird am 7. Mai in Nogent-le-Rotrou im Nordwesten Frankreichs geboren.
Psychologie der Massen – Wikipedia
Er studiert Medizin, wendet sich aber immer mehr auch anderen wissenschaftlichen Gebieten zu, wie der Psychologie, der Anthropologie, der Archäologie und der Philosophie. Damit ist er allerdings ebenso erfolglos wie mit seinen Untersuchungen von Intelligenzunterschieden bei verschiedenen Menschenrassen. Aber die Frage nach Unterschieden zwischen einzelnen Völkern, die Entwicklung von Völkern und Kulturen wird sein ganzes Leben bestimmen.
Er unternimmt weite Reisen, u. Er kommt zu der Erkenntnis, dass eine Kultur bestimmte Entwicklungsstadien durchläuft und dass nach einer Blüte unweigerlich Zerfall, Elend und Anarchie folgen. Daneben durchzieht die Auseinandersetzung mit Religionen und der Französischen Revolution sein Werk. Warenkorb Ihr Warenkorb ist leer.
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Psychologie der Massen
Over de auteur Gustave Le Bon - gilt als Begründer der Massenpsychologie. Seine Wirkung auf die Nachwelt, auf Sigmund Freud und Max Weber, war immens. Seine Gedanken werden bis heute von der Sozialpsychologie diskutiert. Bibliografische gegevens.