Psychologie anerkennungssucht

Soziale Anerkennung ist ein Grundbedürfnis wie das nach Essen und Trinken, ohne sie kann kein Mensch existieren. Und trotzdem geizen viele damit. Gerade hierzulande gilt das Motto: Lob ist, wenn niemand meckert. Skeptisch sein gilt als clever, Begeisterung schnell als naiv. Aber wo das Anerkennen fehlt, fühlen sich Menschen irgendwann unsichtbar.

Ein neues Posting wird abgesetzt, der Kreislauf beginnt von Neuem. Je mehr Reaktionen es gibt, desto prominenter werden Beiträge in Social Media platziert. Stark verkürzt gesprochen. Deshalb gibt es mittlerweile Firmen, die Likes gegen Geld anbieten. Mit richtiger, echter, genuiner Anerkennung hat dies nichts zu tun. Fundamental wichtig für die Therapierung der Sucht nach Anerkennung ist das Eingeständnis der Betroffenen, dass sie tatsächlich ein Problem haben.

Gibt es diesen Aha-Moment nicht, sind alle weiteren Schritte eigentlich sinnlos. Denn die Sucht nach Anerkennung ist eine Folge von psychischen Problemen, meist von geringem Selbstwertgefühl.

Süchtig nach Anerkennung: Anderen Menschen gefallen zu wollen schadet uns

Im Rahmen einer psychoanalytischen Therapie wird die Geltungssucht selbst hinterfragt. Ziel ist es, dass der Betroffene sein Verhalten stärker an die Realität anpasst und lernt, keine ungesunde Erwartungshaltung an sich selbst und seine Umwelt mehr aufzubauen. Negative Überzeugungen werden identifiziert, in vielen Gesprächen hinterfragt und analysiert um am Ende im Idealfall durch positivere, selbstbejahende soziale Routinen ersetzt zu werden.

Der Einsatz von Psychopharmaka und anderen Medikamenten ist bei der Behandlung einer Geltungssucht nicht zielführend. Er ergibt nur dann Sinn, wenn dem Problem eine andere gravierende psychische Störung zugrunde liegt. Die Überwindung der Sucht nach Anerkennung ist also nur durch die gezielte Auseinandersetzung mit sich selbst und der eigenen Persönlichkeit möglich.

Gelingen kann dies in der Regel nur durch professionelle Begleitung, also Psychotherapie. Damit ging in der Vergangenheit aber meist die Entstehung eines sozialen Stigmas einher. Die Inanspruchnahme psychologischer Hilfe wurde als Zeichen von Schwäche angesehen. Diese Denkmuster sind zum Glück aber immer weniger weit verbreitet, die Zeiten sind vorbei.

Betroffene müssen heute also keine Angst mehr vor einem sozialen Stigma sein. Bei einer allgemeinen Angst vor Ärzten oder Therapeuten kann unser Selbsthilfe Ratgeber Artikel dabei helfen, diese Gefühle zu überwinden.

Psychologie: 10 Dinge, die selbstbewusste Menschen nicht tun

Geeignete Therapeuten und Ärzte lassen sich dann über die Google Suche und Google Maps im näheren Umkreis finden. Medizinische Überprüfung: Thomas Hofmann. Einarbeitung und Gestaltung: Matthias Wiesmeier. Sucht nach Anerkennung. Bestätigugnsdrang — Süchtig nach Selbstbestätigung. Autorin: Julia Dernbach Aktualisiert: 7. März Add a header to begin generating the table of contents.

Häufige Fragen:. Was ist die Sucht nach Anerkennung? Wie wirkt sich die Sucht nach Anerkennung aus? Die ewige Lästertante aus der Abteilung nebenan zieht vermutlich so gerne über alles und jeden her, weil sie sich dann selbst schöner, klüger oder erfolgreicher fühlt. Oder der Abteilungsleiter einer Etage weiter oben scheint auf jeder Firmenfeier zwanghaft diese langweilige, nicht enden wollende Rede halten zu müssen.

Der Grund liegt auch hier wieder im mangelnden Selbstwertgefühl. Lese-Tipp: 4-Ohren-Modell: Wie gute Kommunikation im Job wirklich funktioniert. Es gibt auch jene Menschen, die völlig verunsichert durch das Leben gehen, sich nichts zutrauen und im Privat- sowie Berufsleben auf ihrem sozialen Umfeld abstützen. Sie scheinen mit allem völlig überfordert und werden für dich als Kollege, Führungskraft oder sogar Ehepartner schnell zur Last.

Auch diese Menschen kannst du anhand von fünf Kriterien schnell erkennen. Das erste lautet: Sie treffen keine Entscheidungen oder schieben diese so lange wie möglich auf und versuchen sie auf andere Menschen abzuwälzen. Sie neigen dadurch auch zu einer krankhaften Prokrastination. Auch diese Ausprägung eines mangelnden Selbstbewusstseins zieht den ständigen Vergleich mit dem sozialen Umfeld nach sich.

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Nur, dass sich diese Menschen tatsächlich minderwertig fühlen. Woran du das merkst? Dies liegt daran, dass sich Menschen mit geringem Selbstbewusstsein bevorzugt auf ihre Schwächen konzentrieren und all die Dinge, welche sie — ihrer eigenen Meinung nach — nicht schaffen können. Die graue Maus in der hintersten Büroecke könnte sich hier also genauso gut verschanzt haben und wird dann auch in vielen Jahren noch in derselben Ecke sitzen und dieselbe Arbeit verrichten.

Eigeninitiative oder der Mut, berufliche Chancen zu ergreifen, fehlen solchen Menschen oft völlig. Ebenso, wie ein Narzisst keine Kritik verträgt , können Menschen mit einer anderen Form des mangelnden Selbstbewusstseins in der Regel keine Komplimente annehmen. Sie treiben ihnen stattdessen die Schamesröte ins Gesicht. Oder aber sie stellen die Ehrlichkeit des Kompliments infrage und gehen davon aus, dass du mit der Nettigkeit einen bestimmten Zweck verfolgst.

So oder so: Einem Menschen mit Minderwertigkeitskomplexen ein Kompliment zu machen, kann ziemlich anstrengend werden. Der Sinn dahinter ist, dass du deinen Fokus auf Dinge lenkst, die super gelaufen sind und nicht auf die negativen Gedanken des Tages. Zusätzlich ist es eine schriftliche Erinnerung, dass du super durchhältst, auch wenn es manchmal nicht so scheint. Manchmal braucht man einfach eine Pause von der Überstimulation, die Social Media bieten kann.

Fokussiere dich stattdessen auf andere Dinge, die deinem Verstand helfen, eine Pause zu bekommen und einen kleinen Reboot. Social Media bombardiert uns mit idealistischen Bildern und Vorstellungen und für Leute, die sich nach Anerkennung sehnen, kann das regelrecht eine Art Wettbewerb werden, besser und toller als alle anderen zu sein. Und wenn du diese Anerkennung nicht bekommst, dann fragst du dich, ob etwas mit dir nicht stimmt.

Und das ist der komplett falsche Weg. Die Suche nach Anerkennung kann regelrecht toxisch werden. Wir zeigen dir, warum du damit aufhören solltest und wie du genau das hinbekommst. Versuche, dich nicht immer um die Meinung anderer zu kümmern, sondern fokussiere dich auf Dinge, die dich glücklich machen. Es ist schwierig, komplett sorglos durch die Welt und seinen eigenen Weg zu gehen.

Aber das ist der Punkt, wo Selbstbewusstsein und das Loslösen von der Anerkennungssucht beginnt! Du lernst dadurch, dich selbst und deine eigene Wahrheit zu akzeptieren und nach dieser auch zu leben. Jeder macht mal Fehler und das ist auch absolut menschlich. Wir sind keine Maschinen, die dazu programmiert sind, alles richtig zu machen. Wenn du jetzt auch noch aus deiner Komfortzone heraustrittst und neue Dinge ausprobierst, dann steigt die Chance auf Fehler natürlich enorm.

Doch diese Fehler sind sogar wichtig, denn aus ihnen kann man lernen. Wenn du dich also immer wieder daran erinnerst, dass Fehler zu machen in Ordnung ist und dich nicht mit den Leuten vergleichst, die gewisse Dinge vielleicht einfach besser können, dann wirst du bald auch eine Art inneren Frieden finden.

Neben all diesen Methoden ist eine vermutlich die wichtigste: Vergiss nicht, nett zu dir selbst zu sein. Die Suche nach Anerkennung einzustellen ist ein Haufen Arbeit und erfordert die nötige Portion an Selbstliebe und Selbstfürsorge. Feiere also deine Erfolge, sprich nett mit dir selbst oder gönn dir einfach ein paar Blumen , die dich glücklich machen.