Gerald abel kritische psychologie

Bodo Abel. Rung in der Betriebswirtschaftslehre: U? Abstract This article has no associated abstract. Cite Plain text BibTeX Formatted text Zotero EndNote Reference Manager RefWorks. Options Mark as duplicate Find it on Scholar Request removal from index Translate to english Revision history. Knowledge, Theory of.

Architekturen

Call number. Links PhilArchive Upload a copy of this work Papers currently archived: 82, This entry has no external links. Add one. Setup an account with your affiliations in order to access resources via your University's proxy server. My notes Sign in to use this feature. Emanzipation Und Rationalität Einer Kritischen Erziehungswissenschaft Methodologische Grundlagen Im Anschluss an Habermas.

Thomas Feuerstein - Der Neurobiologe Prof. Er betont, dass frühe Bindungsstörungen dagegen eine differenzierte Entwicklung des Gehirns und der Persönlichkeit behindern, was im späteren Leben nur schwer korrigierbar ist. Er beschreibt, wie die Kinder versuchen, den Mangel an emotionaler Sicherheit zu kompensieren durch verstärkte Selbstbezogenheit , was mangelndes Einfühlungsvermögen und Beeinträchtigung von Sozialkompetenz zur Folge hat.

Hüther beschreibt, wie sich diese Kinder gegenüber fremden Einflüssen und Anregungen insgesamt abschirmen. So können keine vielfältigen neuen Erfahrungen gemacht und im kindlichen Gehirn verankert werden. Wichtige Entwicklungsprozesse im kindlichen Gehirn finden nicht mehr oder nur eingeschränkt statt. Für das Lernverhalten der Kinder bedeute dies einen Rückgang an Motivation, Verstehen, Behalten, Erinnern, Erkennen von Zusammenhängen und eine eingeschränkte Fähigkeit beim Erkennen und Lösen von Konflikten.

Auch in der späteren Entwicklung könnten Leitbilder, Orientierung und soziale Kompetenz nur in zuverlässigen, intensiven Beziehungen vermittelt werden. Beziehungen, in welchen die Menschen einander wichtig und in ihrer Einzigartigkeit bedeutsam sind. Frühkindliche Traumata oder Stress bedingen Dysfunktionen in der Ausbildung von Synapsen, Störungen der Migration sich entwickelnder Nervenzellen oder fehlerhafte Differenzierung funktioneller Neuronenverbände Amygdala, Hippocampus, anteriorer Gyrus cinguli, präfrontaler Kortex.

Man vermutet eine spezifische Vulnerabilität im Bereich des limbischen Systems und des Hirnstammes der rechten Hirnhälfte, da Funktionen wie Bindungs- und Beziehungsverhalten, Affektregulation und Stressmodulation primär rechtshemisphärisch gesteuert werden. Andauernde Bindungsdefizite stellen die Basis für Psychopathologie beim Erwachsenen dar.

Diese Strukturierung des Gehirns bestimmt später entscheidend, wie Beziehungen gesucht und gestaltet werden. Frühkindlicher Stress, der durch negative Bindungserfahrungen entsteht, aktiviert im kindlichen Gehirn dauerhaft ähnliche Schaltkreise wie Panikzustände oder körperlicher Schmerz. Das Kind wird zur starken Persönlichkeit, wenn ihm seine Bezugspersonen vermitteln: Du bist nicht allein und verloren.

Das Wohl der Kleinsten – Gute erste Kinderjahre

Du bist wertvoll und wichtig. Im Folgenden möchte ich eine Brücke schlagen von den vorigen Kapiteln zu Erkenntnissen über die frühkindliche Entwicklung aus der Tiefenpsychologie und analytischen Psychotherapie. Sie verfügt über jahrzehntelange klinische Erfahrung über Zusammenhänge frühkindlicher Betreuungsbedingungen mit der späteren seelischen Entwicklung. Aus dieser Sicht können sich einige Erklärungen herleiten für die oben genannten Forschungsergebnisse.

Eine sichere Bindung ist das zentrale Bedürfnis der frühen Kindheit. Wenn wir Säuglinge erleben, sehen wir, wie abhängig und hilflos sie sind. In der engen Verbundenheit mit ihr kann das Kind Sicherheit erfahren und langsam Vertrauen fassen zu einer noch fremden Welt , der es anfangs völlig hilflos ausgeliefert ist und in welcher — ohne jegliche Erfahrung und Zuordnung -Gefühle von Verunsicherung und Bedrohung jederzeit bereitliegen.

Wir können das etwas nachvollziehen, wenn wir uns vorstellen, dass wir z. Wir horchen erst einmal mit Schrecken auf. Durch die Erfahrung der liebevollen Zuwendung lernen die Kleinen sich selbst kennen und in sich und ihre allmählich wachsenden Fähigkeiten vertrauen. Für die primäre Bindungsperson bedeutet der Aufbau einer feinfühligen Beziehung mit anfangs kontinuierlicher Verfügbarkeit, in der sie achtsam die Signale des Kindes wahrnehmen kann, um sie möglichst angemessen und prompt zu beantworten, ebenfalls ein Lernprozess.

Dies braucht viel gemeinsame Zeit und die Bereitschaft, sich auf das Kind einzulassen. Für diese Ein- und Umstellung hat anfangs in erster Linie die Mutter eine biologische und emotionale Hilfe durch die hormonelle Umstellung infolge Schwangerschaft, Geburt und Stillen. Auch bei Vätern können hormonelle Veränderungen festgestellt werden, wenn sie sich entsprechend in eine solche Beziehung einlassen.

Unangemessene Trennungen bedeuten existenzielle Bedrohung und Verlassenheit für das kleine Kind, das noch in einer seelischen Einheit mit seiner primären Bindungsperson lebt, aus welcher es sich erst allmählich herauslöst. Es erlebt sich sozusagen nur vollständig und als Ganzes mit derselben. Bei Trennung kann es noch nicht auf eine Linderung der Not vertrauen, da es noch keine verinnerlichte Sicherheit oder Stimme hat, mit der es sich selbst beruhigen oder trösten kann.

Diese innere Sicherheit entwickeln Kinder erst durch das Vorbild der Bezugsperson, deren Trost und Zuwendung sie dann allmählich verinnerlichen und sich zu eigenen machen können. Darüber hinaus verfügt ein kleines Kind über kein ausreichendes Zeitgefühl, das ihm verhilft, Aufschub zu leisten bis sein Bindungsbedürfnis gestillt ist. So ist es in seiner Not existenziellen Ängsten und massivem Stress ausgeliefert.

Dasselbe gilt auch, wenn Grundbedürfnisse nicht zeitnah erkannt und gestillt werden — was leicht passiert, wenn z. Wenn wir Durst haben, können wir uns beruhigen, indem wir uns sagen, kein Problem, in 15 Minuten ist Mittagspause — das kann ein Kleinkind noch nicht, dementsprechend existentiell ist seine innere Not. Die Primärbindung stabilisiert sich im 2.

In dieser Phase können Kinder das ist jedoch individuell sehr verschieden! Dabei sind diese hierarchisch geordnet. Die Bindungspersonen haben also eine bestimmte Rangordnung in der Bedeutung für das Kind. Auch wenn es noch mehrere vertraute Menschen im Umfeld eines kleinen Kindes geben kann, können sehr wenige Kinder mehr als drei oder vier Sicherheit gebende, vertrauensvolle Bindungsbeziehungen eingehen, ohne dass die Bindungssicherheit gefährdet wird siehe auch Kapitel 6 Ergebnisse der Bindungsforschung.

Auch das vertraute häusliche Umfeld ist die ersten 2 bis 3 Jahre nicht zu unterschätzen, damit das kleine Kind sich sicher und geborgen fühlen kann. Je besser kleine Kinder ihre Bedürfnisse nach sicherer Bindung nicht nur im ersten, sondern auch im 2. Lebensjahr — in den emotional oft besonders schwierigen Phasen der Selbsterfahrung und Autonomie-Entwicklung — befriedigen dürfen, desto selbstbewusster und interessierter wollen sie selbst allmählich ihren Lebensraum erweitern und weitere Beziehungen eingehen.

Je abhängiger Kinder in den ersten Lebensjahren sein dürfen, desto selbstbewusster und unabhängiger können und wollen sie später werden. Solche Kinder haben gute Voraussetzungen, Ihre Persönlichkeit zu entfalten, ihre Begabungen bestmöglich zu nutzen und Interesse an der Welt und anderen Menschen zu entwickeln. Daher gilt in der Psychologie und Neurobiologie: Bindung vor Bildung.

Denn Kinder lernen daran, wie sie behandelt werden, sich selbst und andere behandeln. So werden vor allem in den ersten 3 Jahren die Grundlagen geschaffen für eine gesunde emotionale, körperliche, soziale und kognitive Entwicklung. In dieser Zeit entscheidet sich, ob ein Kind mit Grundgefühlen von Sicherheit, Geborgenheit und Verlässlichkeit auch Urvertrauen genannt oder aber mit Grundgefühlen von Unsicherheit, Selbstzweifeln und Angstbereitschaft ins Leben geht.

Diese emotionale Grundstruktur prägt die spontane Erlebensweise und Grundhaltung in seinem späteren Leben. Ab ca. Ab diesem Alter gewinnt die eigenständige Beziehung zu anderen Kindern immer mehr an Bedeutung. In der Familie kann daher am besten Verlässlichkeit erfahren werden. Gerade in den ersten Lebensjahren wird die Basis gelegt für eine auch noch später tragfähige Beziehung, wobei Beziehung und Erziehung in engem Zusammenhang stehen.

Nun haben sich die Zeiten und sozialen Umstände, auch die Rollen von Frau und Mann grundlegend geändert; die Kinder mit ihren Grundbedürfnissen jedoch nicht. In langjähriger klinischer Erfahrung und Forschung der tiefenpsychologischen und analytischen Psychotherapie sind frühe Trennungen und Entbehrungen , besonders in den ersten 3 Lebensjahren bekannt als Ursache für tiefgreifende psychische Störungen im Leben eines Menschen.

Bereits im Dezember nahmen die Psychoanalytiker der Deutschen Psychoanalytischen Vereinigung DPV Stellung zu diesem Thema. Der sehr empfehlenswerte Beitrag ist im Internet auffindbar unter: Memorandum Krippenausbau DPV Darin wird beispielsweise betont:. Fremd- und Gruppenbetreuung bedeutet für Kinder unter 3 Jahren je jünger sie sind und je länger die tägliche Betreuung, desto mehr im Allgemeinen neben den schmerzhaften Trennungserfahrungen von den primären Bezugspersonen, Stress durch die Gruppensituation.

Häufig sind die Folgen beim Kind nicht gleich offensichtlich, denn sie zeigen sich meist erst viel später im Leben in psychischen und sozialen Problemen. Die Kinder ruhen nach meiner Erfahrung in der Regel weniger in sich selbst, haben langfristig ein schlechteres Selbstwertgefühl und können vermehrt zu emotionalen und Verhaltensauffälligkeiten neigen. Wie können Eltern merken, dass es ihrem Kind in der Fremdbetreuung nicht gut geht?

Bei kleinen Kindern können es nach meiner Erfahrung Verhaltensauffälligkeiten sein wie Trennungsängste, Desorientierung oder Bindungsunsicherheit. Manche Kinder werden unruhig und sind z. Manche reagieren mit Schlaf- oder Essstörungen. Auch können sie leicht irritierbar und emotional auffällig sein, z. Viele Kinder zeigen sich besonders angepasst was oft als angenehm empfunden wird und zeigen weniger ihre Gefühle, sie ziehen sich emotional zurück.

In der Regel werden solche Anzeichen nicht mit der Fremdbetreuung in Zusammenhang gebracht. In der Krippensituation kann man bei einigen Kindern eine besonders aufmerksame Hab-acht-Stellung mit unruhigem Blick beobachten, wie um jederzeit auf Unvorhergesehenes reagieren zu können. Bei anderen kann man einen stumpfen, nach innen gewendeten Blick wahrnehmen mit insgesamt reduzierter Aktivität.

Das Leuchten in den Augen vieler Kinder verschwindet. Manche Kinder stehen verloren herum, andere rennen unruhig hin und her. Solche subtilen Erscheinungen zeigen sich nur dem aufmerksamen Beobachter. Das natürliche Interesse der Kinder, das Voraussetzung für kindliches Lernen ist und die Kleinen, wenn sie sich sicher gebunden fühlen, motiviert zu erforschen und experimentieren bzw.

In meinen Therapien habe ich immer wieder die Erfahrung gemacht, dass Kinder, welche unter einem Mangel an einfühlsamer Zuwendung oder unter einer Trennungs-Problematik bzw. Sie fühlen sich selbst schuldig dafür, dass sie verlassen werden bzw. In späteren Therapien von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen weisen Bilder und Träume trostloser Leere, Verlorenheit und Hilflosigkeit, auch bedrohliche Abstürze oder sonstige Situationen mit Vernichtungsängsten auf existentiell bedrohliche seelische Erfahrungen hin.

In Verbindung mit frühen Trennungserfahrungen sind sie besonders schwer zugänglich und behandelbar. Menschen mit solchen Erfahrungen haben später häufig Probleme damit, sich selbst oder andere zu lieben. Sie leiden mehr als andere an massiven Selbstzweifeln und unter Beziehungsstörungen. Verständlich wird dies durch das mangelnde Selbstwertgefühl und die an Panik grenzenden Ängste bei Trennung und Verlassenheit.

Weitere Folgen sind nicht selten Depressionen, Angst- oder Aggressions-Störungen, ebenso verschiedene Arten von Abhängigkeiten oder Süchten. Oft treten die frühen Wunden sehr viel später zutage: bei ursprünglich angepassten Kleinkindern häufig im Schul- oder Jugendalter, teilweise auch erst im Erwachsenenalter. Eltern eines Monate alten Kindes klagten über Schlaf- und Essstörungen, verbunden mit Schreiattacken, die sie so in der Zeit vor der Kita nicht gekannt hatten.

Bei anderen Kleinkindern in meiner Praxis werden vermehrt heftige Trotzanfälle oder insgesamt verstärkt verweigerndes Verhalten festgestellt. Wenn Kinder bei der Übergabe zu oder von der Kita sich wehren oder weinen, sollte das ernst genommen werden! Ich kenne Mütter, die dann unter dem Eindruck leiden, ihr Kind möge sie nicht mehr. Dies und ähnliches belastet das ohnehin sehr empfindsame Bindungs- und Beziehungs-Gefüge zwischen Eltern und Kind.

Wenn jedoch durch die Fremdbetreuung die sichere Basis in der Familie teilweise verlorengeht, wenden sich die Kinder schon verfrüht den Gleichaltrigen zu. Umso mehr sind sie diesen eher wechselhaften, unreifen Beziehungen ausgeliefert. Zeitschrift für Zeitgenössisches, Kunst, Populärkultur WerkstattGeschichte Zeitschrift für interkulturelle Germanistik Zeitschrift für Kultur- und Kollektivwissenschaft ZfK - Zeitschrift für Kulturwissenschaften ZfM — Zeitschrift für Medienwissenschaft Candide.

Journal for Architectural Knowledge movements. Journal for Critical Migration and Border Regime Studies. Der Verlag. Zu »abel« wurden 11 Titel gefunden! Verwandte Suchbegriffe: gabel abels label bel abel babel habel sabel. Open Access. Erscheinungsjahr Treffer anzeigen. Erscheinungsdatum: April PRINT PDF.

Gerald Siegmund. Seit der klassischen Moderne gilt das Flüchtige als Merkmal des Tanzes. Damit verbunden ist die Frage nach der Präsenz des Tanzes als einer Kunstform, die an die leibhafte Gegenwart von Körpern auf der Bühne gebunden ist. In diesem Spannungsfeld begreift die Studie Abwesenheit als jene Kategorie, die das kritische und selbstreflexive Potential des Tanzes als Kunst- und Bühnenform ausmacht.

Das Buch gibt der Tanzwissenschaft in Deutschland entscheidende Impulse und leistet darüber hinaus einen wesentlichen Beitrag zu einer ästhetischen Theorie von Performance und Theater. Oktober Reinhard Babel. Übersetzen neu denken: Translationsfiktionen sind literarische Darstellungen von Übersetzung, die die wesentlichen Aspekte literarischer Produktion und Rezeption hinterfragen.

Dezember Architekturen formen unsere Welt — interdisziplinäre Beiträge, u. März Marco Abel. Die Primärbindung stabilisiert sich im 2. In dieser Phase können Kinder das ist jedoch individuell sehr verschieden! Dabei sind diese hierarchisch geordnet. Die Bindungspersonen haben also eine bestimmte Rangordnung in der Bedeutung für das Kind. Auch wenn es noch mehrere vertraute Menschen im Umfeld eines kleinen Kindes geben kann, können sehr wenige Kinder mehr als drei oder vier Sicherheit gebende, vertrauensvolle Bindungsbeziehungen eingehen, ohne dass die Bindungssicherheit gefährdet wird siehe auch Kapitel 6 Ergebnisse der Bindungsforschung.

Auch das vertraute häusliche Umfeld ist die ersten 2 bis 3 Jahre nicht zu unterschätzen, damit das kleine Kind sich sicher und geborgen fühlen kann. Je besser kleine Kinder ihre Bedürfnisse nach sicherer Bindung nicht nur im ersten, sondern auch im 2. Lebensjahr — in den emotional oft besonders schwierigen Phasen der Selbsterfahrung und Autonomie-Entwicklung — befriedigen dürfen, desto selbstbewusster und interessierter wollen sie selbst allmählich ihren Lebensraum erweitern und weitere Beziehungen eingehen.

Je abhängiger Kinder in den ersten Lebensjahren sein dürfen, desto selbstbewusster und unabhängiger können und wollen sie später werden. Solche Kinder haben gute Voraussetzungen, Ihre Persönlichkeit zu entfalten, ihre Begabungen bestmöglich zu nutzen und Interesse an der Welt und anderen Menschen zu entwickeln. Daher gilt in der Psychologie und Neurobiologie: Bindung vor Bildung.

Denn Kinder lernen daran, wie sie behandelt werden, sich selbst und andere behandeln. So werden vor allem in den ersten 3 Jahren die Grundlagen geschaffen für eine gesunde emotionale, körperliche, soziale und kognitive Entwicklung. In dieser Zeit entscheidet sich, ob ein Kind mit Grundgefühlen von Sicherheit, Geborgenheit und Verlässlichkeit auch Urvertrauen genannt oder aber mit Grundgefühlen von Unsicherheit, Selbstzweifeln und Angstbereitschaft ins Leben geht.

Diese emotionale Grundstruktur prägt die spontane Erlebensweise und Grundhaltung in seinem späteren Leben. Ab ca. Ab diesem Alter gewinnt die eigenständige Beziehung zu anderen Kindern immer mehr an Bedeutung. In der Familie kann daher am besten Verlässlichkeit erfahren werden. Gerade in den ersten Lebensjahren wird die Basis gelegt für eine auch noch später tragfähige Beziehung, wobei Beziehung und Erziehung in engem Zusammenhang stehen.

Nun haben sich die Zeiten und sozialen Umstände, auch die Rollen von Frau und Mann grundlegend geändert; die Kinder mit ihren Grundbedürfnissen jedoch nicht. In langjähriger klinischer Erfahrung und Forschung der tiefenpsychologischen und analytischen Psychotherapie sind frühe Trennungen und Entbehrungen , besonders in den ersten 3 Lebensjahren bekannt als Ursache für tiefgreifende psychische Störungen im Leben eines Menschen.

Bereits im Dezember nahmen die Psychoanalytiker der Deutschen Psychoanalytischen Vereinigung DPV Stellung zu diesem Thema. Der sehr empfehlenswerte Beitrag ist im Internet auffindbar unter: Memorandum Krippenausbau DPV Darin wird beispielsweise betont:. Fremd- und Gruppenbetreuung bedeutet für Kinder unter 3 Jahren je jünger sie sind und je länger die tägliche Betreuung, desto mehr im Allgemeinen neben den schmerzhaften Trennungserfahrungen von den primären Bezugspersonen, Stress durch die Gruppensituation.

Häufig sind die Folgen beim Kind nicht gleich offensichtlich, denn sie zeigen sich meist erst viel später im Leben in psychischen und sozialen Problemen. Die Kinder ruhen nach meiner Erfahrung in der Regel weniger in sich selbst, haben langfristig ein schlechteres Selbstwertgefühl und können vermehrt zu emotionalen und Verhaltensauffälligkeiten neigen. Wie können Eltern merken, dass es ihrem Kind in der Fremdbetreuung nicht gut geht?

Bei kleinen Kindern können es nach meiner Erfahrung Verhaltensauffälligkeiten sein wie Trennungsängste, Desorientierung oder Bindungsunsicherheit. Manche Kinder werden unruhig und sind z. Manche reagieren mit Schlaf- oder Essstörungen. Auch können sie leicht irritierbar und emotional auffällig sein, z. Viele Kinder zeigen sich besonders angepasst was oft als angenehm empfunden wird und zeigen weniger ihre Gefühle, sie ziehen sich emotional zurück.

In der Regel werden solche Anzeichen nicht mit der Fremdbetreuung in Zusammenhang gebracht. In der Krippensituation kann man bei einigen Kindern eine besonders aufmerksame Hab-acht-Stellung mit unruhigem Blick beobachten, wie um jederzeit auf Unvorhergesehenes reagieren zu können. Bei anderen kann man einen stumpfen, nach innen gewendeten Blick wahrnehmen mit insgesamt reduzierter Aktivität.

Das Leuchten in den Augen vieler Kinder verschwindet. Manche Kinder stehen verloren herum, andere rennen unruhig hin und her. Solche subtilen Erscheinungen zeigen sich nur dem aufmerksamen Beobachter. Das natürliche Interesse der Kinder, das Voraussetzung für kindliches Lernen ist und die Kleinen, wenn sie sich sicher gebunden fühlen, motiviert zu erforschen und experimentieren bzw.

In meinen Therapien habe ich immer wieder die Erfahrung gemacht, dass Kinder, welche unter einem Mangel an einfühlsamer Zuwendung oder unter einer Trennungs-Problematik bzw. Sie fühlen sich selbst schuldig dafür, dass sie verlassen werden bzw. In späteren Therapien von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen weisen Bilder und Träume trostloser Leere, Verlorenheit und Hilflosigkeit, auch bedrohliche Abstürze oder sonstige Situationen mit Vernichtungsängsten auf existentiell bedrohliche seelische Erfahrungen hin.

In Verbindung mit frühen Trennungserfahrungen sind sie besonders schwer zugänglich und behandelbar. Menschen mit solchen Erfahrungen haben später häufig Probleme damit, sich selbst oder andere zu lieben. Sie leiden mehr als andere an massiven Selbstzweifeln und unter Beziehungsstörungen. Verständlich wird dies durch das mangelnde Selbstwertgefühl und die an Panik grenzenden Ängste bei Trennung und Verlassenheit.

Weitere Folgen sind nicht selten Depressionen, Angst- oder Aggressions-Störungen, ebenso verschiedene Arten von Abhängigkeiten oder Süchten. Oft treten die frühen Wunden sehr viel später zutage: bei ursprünglich angepassten Kleinkindern häufig im Schul- oder Jugendalter, teilweise auch erst im Erwachsenenalter. Eltern eines Monate alten Kindes klagten über Schlaf- und Essstörungen, verbunden mit Schreiattacken, die sie so in der Zeit vor der Kita nicht gekannt hatten.

Bei anderen Kleinkindern in meiner Praxis werden vermehrt heftige Trotzanfälle oder insgesamt verstärkt verweigerndes Verhalten festgestellt. Wenn Kinder bei der Übergabe zu oder von der Kita sich wehren oder weinen, sollte das ernst genommen werden! Ich kenne Mütter, die dann unter dem Eindruck leiden, ihr Kind möge sie nicht mehr. Dies und ähnliches belastet das ohnehin sehr empfindsame Bindungs- und Beziehungs-Gefüge zwischen Eltern und Kind.

Wenn jedoch durch die Fremdbetreuung die sichere Basis in der Familie teilweise verlorengeht, wenden sich die Kinder schon verfrüht den Gleichaltrigen zu. Umso mehr sind sie diesen eher wechselhaften, unreifen Beziehungen ausgeliefert. Besonders erlebe ich diese Problematik bei Schulkindern, die dann massiv unter Konflikten und Ausgrenzungen in der Peergroup leiden.

Verstärkt tritt sie bei ca. Unter dem sozialen Leidensdruck wenden sie sich häufig wieder verstärkt ihren Eltern zu. Manche bleiben in der Regression und im sozialen Rückzug stecken. Die Problematik wird dadurch weiter vertieft und beide sind verzweifelt. Manchmal suchen sie therapeutische Hilfe auf. Zurück zu den Kleinen: In den Eltern-Kind-Therapien hat meistens ein vertieftes Verständnis für die Bindungsbedürfnisse des Kindes zu mehr Einfühlung verholfen.

Die Eltern können in der gemeinsamen therapeutischen Arbeit eine bessere Wahrnehmung für sich selbst und für ihr Kind gewinnen und mehr Freude an und mit ihm. Sie können auch teilweise zu nicht erfüllten Bindungsbedürfnissen in ihrer eigenen Kindheit Zugang bekommen. Das kann erst einmal sehr schmerzhaft sein, dann aber umso mehr heilsame Nähe zum eigenen Kind ermöglichen. Auch im Falle des oben erwähnten, 18 Monate alten Kindes kamen die Eltern zu der Einsicht, die Fremdbetreuung für geraume Zeit aufzuheben, was zum Rückgang der Symptomatik und zu einer für beide Seiten befriedigenderen Eltern-Kind-Beziehung führte.

Kinder reagieren individuell verschieden auf Fremdbetreuung. Mehrere Faktoren können dabei eine Rolle spielen, wie z. In manchen Fällen signalisiert ein Kind, es gehe gerne in die Kita. Das kann der Fall sein, wenn das Kind eine sehr gute sekundäre Bindungsbeziehung zu einer Erzieherin aufbauen konnte. Dazu noch mehr in den nächsten beiden Kapiteln.

Es kann auch sein, dass ein Kind mit der Zeit lediglich die Gewohnheit, in die Kita zu gehen akzeptiert. Kinder passen sich an. Manchmal ist es Resignation. Nicht jedes Kind weint und wehrt sich, auch wenn es innerlich leidet. Sicher gebundene Kinder fühlen sich geborgen und angenommen in der Beziehung zu ihrer Hauptbindungsperson mit wenigen weiteren Bezugspersonen.

Da dies in den meisten Fällen die Mutter ist jedoch ist auch der Vater oder evtl. Ein sicher gebundenes Kind hat als Basis innere Ruhe und Vertrauen, eben Urvertrauen, was später in dieser Tiefe nicht mehr nachgeholt werden kann. Es hat die Voraussetzungen dafür, eine gute Beziehung zu sich selbst und zu anderen Menschen aufzubauen und Interesse an der Welt zu entwickeln.

Joachim Bensel 21 , Verhaltensbiologe und Entwicklungsforscher vom Forschungsinstitut Verhaltensbiologie des Menschen stellt u. Auch die Entwicklungspsychologin Liselotte Ahnert Ahnert empfiehlt für Kinder unter 3 Jahren einen Betreuungsschlüssel von , besser Betreuer zu Kind , ebenso der Bindungsforscher Karl-Heinz Brisch 19 , wie auch die Deutsche Psychoanalytische Vereinigung , die Deutsche Liga für das Kind , Deutschsprachige Gesellschaft für seelische Gesundheit und viele mehr.

Nach mehreren Studien und nach Rainer Böhm 7 ist eine gute Qualität der Krippen überhaupt erst ab 2 bis 3 Jahren wirksam. Davor empfiehlt Böhm keine Kita-Betreuung und danach nur in sehr guter Qualität. Denn früher kann selbst eine sehr gute Qualität kaum die Nachteile der Fremd- und Gruppenbetreuung ausgleichen siehe auch Ergebnisse aus der Hirnforschung, Kapitel 3.

Des Weiteren empfiehlt er, dass elterliche Betreuung die ersten 3 Jahre gezielt unterstützt und gefördert werden soll, die Dauer der Betreuung reduziert und die Qualität verbessert werden soll. Selbst bei einem sehr guten Betreuungsschlüssel und guter Betreuungsqualität als Voraussetzung für eine gute sekundäre Bindung zur BezugsbetreuerIn bleibt es dennoch fraglich, ob eine ausreichend tiefe Bindung in Kitas aufgebaut und aufrecht erhalten werden kann.

Denn es ist zu bedenken, dass beispielsweise während des Urlaubs, während Vorbereitungs- und Bürozeiten, während Krankheitszeiten und aufgrund der langen Öffnungszeiten der Kitas 10 Stunden oder meist mehr Unterbrechungen in der Beziehung zur BezugsbetreuerIn entstehen. Diese Umstände führen zwangsläufig zu häufigen Betreuerwechseln. Man glaubte, wenn die Betreuung gut genug ist — wie angemessen ausgebildetes Personal, eine solide Einrichtung, ein guter Betreuungsschlussel —, könnte dies die Entwicklung der Probleme verhindern.

Das Erstaunliche war, dass selbst unter günstigsten Gruppenfremdbetreuungs-Bedingungen die Risiken kaum gemindert wurden. Selbst bei bester Qualität der Fremdbetreuung konnte man nachteilige Charakterveränderungen bei den Kindern nachweisen. Ein weiterer Grund zur Besorgnis war das Ergebnis, dass Kinder, die zu lange und ab einem zu jungen Alter in Gruppenfremdbetreuung gewesen waren, geschwächte Bindungen zu ihren Bezugspersonen zu Mutter oder Vater zuhause hatten.