Psychologie erwartungen erfüllen
Die Vorfreude? Die Spannung? Darauf kann die Lehrerin, jeden Tag einem Kreuzfeuer unzähliger Erwartungen von Kindern, Kollegen, Eltern und sich selbst ausgesetzt, wirklich verzichten. All die Enttäuschungen! Wenn das Tablet nicht unter dem Christbaum liegt.
Wie erzeugst du soziale Erwartungen? Wie beeinflussen sie dich?
Wenn die Eltern wieder nicht zur Vorführung kommen. Wenn das Kind weder hochbegabt noch herausragend musikalisch ist und vielleicht doch kein Profihandballer wird. Und wie viele Feste sind, überfrachtet von Erwartungen, schon gründlich daneben gegangen? Wie viele Urlaube und Beziehungen? Oder kann die Freude erst wirklich leuchten, wenn sie keinem Wunschzettel entspringt und an keine Sollerfüllung gebunden ist?
Gleichsam frei und nur der Gegenwart hingegeben — eine pure Form der losgelösten Seligkeit. Ohne etwas erreichen zu wollen. Ohne sich hervortun zu müssen.
VON ERWARTUNGEN LÖSEN
Zweckfrei und abgeklärt. Ich bin keine Zenmeisterin. Wie sollte ich mir denn meine Erwartungen austreiben? Überhaupt sind Erwartungen eine Grundierung, die mein Erleben einfärbt. Ich kenne es gar nicht anders. Dass das Schulkind Freundinnen finden, höflich zu Erwachsenen sein und schnell Schwimmen lernen möge. In diesem Beitrag erfährst Du, warum Du jetzt damit starten solltest, Dich von den Erwartungen anderer zu lösen und Dein Leben so zu leben, wie Du es Dir wünschst.
Immer wenn Du solche Formulierungen verwendest egal ob laut ausgesprochen oder Dir selbst gegenüber , dann ist das ein Indiz dafür, dass es sich um Erwartungen handelt, die Du erlernt hast. Erwartungen bzw. Diese Regeln haben Dir Deine Eltern und andere Bezugspersonen schon von klein auf vorgelebt, Du hast sie von Deinen Lehrern gelernt und Du hast sie bei Deinen Freundinnen und Freunden, in Filmen, Büchern usw.
All das hast Du verinnerlicht und stellst es in Deinem alltäglichen Leben wahrscheinlich nur selten in Frage. Ein Feminist definiert das ganz anders als eine streng katholisch lebende Frau. Und sie haben beide in ihrer eigenen Wirklichkeit recht. Selbst wenn wir keine ganz so extremen Perspektiven einnehmen: Du kannst es sowieso nicht allen recht machen.
Egal was Du machst, es wird immer Menschen geben, die das nicht gut finden werden.
Erwartungen und Enttäuschungen: Was wir von ihnen lernen können
Und das ist völlig in Ordnung. Wenn es also immer Menschen geben wird, die nicht gut finden, was Du machst — dann wäre es doch schade, wenn Du etwas nur machst oder nicht machst , weil irgendjemand das von Dir erwartet. Diese Erkenntnis kann unglaublich befreiend sein. Wenn Du es sowieso nicht allen recht machen kannst, dann kannst Du auch einfach Du sein und es Dir recht machen.
Und Dich von den Erwartungen anderer lösen. Häufig unterstellen wir anderen auch Erwartungen an uns, die sie möglicherweise gar nicht haben. Meine Mutter ist zum Beispiel Lehrerin und ich habe sie immer als sicherheitsliebenden Menschen wahrgenommen. Als ich die Entscheidung getroffen habe, mich selbstständig zu machen, habe ich mich zunächst nicht getraut, ihr davon zu erzählen.
Ich hatte Angst vor ihrer Reaktion und dass sie versuchen würde, mir das auszureden. Ich habe also erst meinen sicheren, unbefristeten Job als HR-Beraterin gekündigt und ihr dann davon erzählt. Und wie hat sie reagiert? Was von uns erwartet wurde, hat unser Selbstbild unvermeidlich geprägt. Hier kommt das berühmte psychologische Phänomen des Pygmalion-Effekts ins Spiel.
Was wir von einer Person halten und von ihr erwarten, hat Auswirkungen auf ihr Handeln und ihre Verhaltensweisen. Auch beeinflusst es deren eigene Auffassung davon, was sie erreichen kann und was nicht. Es gibt keine guten oder schlechten Erwartungen. Erwartungen verhindern einfach nur, dass wir sein können, wer wir in Wahrheit sein wollen. Führen wir tatsächlich das Leben, das wir gern leben würden?
Entscheiden wir auf Grundlage dessen, was wir wollen?
Wie erzeugst du soziale Erwartungen? Wie beeinflussen sie dich?: Gedankenwelt
Wir müssen eine gute Arbeitskraft, ein guter Schüler, eine verantwortungsvolle Person sein und uns stets um unsere Familie kümmern. Das sympathische Mädchen von nebenan, fröhlich und immer sorglos, gut erzogen, freundlich sein. Aus all dem machen wir etwas, das wir uns aufbürden und von dem wir glauben, es erfüllen zu müssen, weil wir nun einmal so sind und dieses Bild nicht verlieren dürfen.
Aber was passiert, wenn wir nicht mehr das verfolgen wollen, was unsere Mitmenschen von uns erwarten? Wir fühlen uns schuldig, weil wir uns anders gegeben haben als wir sind. Sobald wir aus diesem Dörnröschenschlaf der Erwartungen erwachen, entdecken wir unser wahres Ich, treffen unsere eigenen Entscheidungen, die berücksichtigen, was wir wirklich brauchen und wollen.
Mich beeindrucken solche Menschen immer wieder und sie erinnern mich gleichzeitig daran, dass es auch einen schönen Weg gibt, sich von den Erwartungen anderer abzugrenzen. Aber wenn wir diese Fähigkeit als Kinder verlernt haben, dürfen wir uns als Erwachsene erst wieder darin üben. Und am Anfang wird es wahrscheinlich nicht so reibungslos und elegant aussehen wie bei den Profis.
Denn alles, was wir zum ersten Mal machen, fällt uns schwer und uns fehlt noch vollkommen die Übung. Aber die kommt mit der Zeit und dann wird es auch immer leichter. Und wenn du dran bleibst, nicht aufgibst und es immer wieder versuchst, dann kannst du auch irgendwann so ein Mensch sein, dem es leicht fällt, Nein zu sagen und der das sogar auf eine freundlich und wertschätzende Weise rüberbringt.
Und das Schöne an diesem Prozess des Übens ist, dass du mit jedem Mal, wo es klappt und du dich abgrenzen kannst, wo du aussprichst, was du willst und was dir wichtig ist, innerlich ein Stückchen wächst. Du wirst dich mit jedem Mal ein bisschen stärker, souveräner und selbstsicherer fühlen. Deine Selbstachtung wird mit jedem Mal ein bisschen wachsen und das hat ganz wunderbare Folgen für dein gesamtes Leben.
Sei nur nachsichtig mit dir, wenn es mal nicht klappt. Denn wenn wir eine neue Fähigkeit erlernen wollen, gehört das Hinfallen einfach mit dazu. Möchtest du deinen eigenen Weg gehen und dich abgrenzen können — ganz ohne schlechtes Gewissen? Dann hole dir mein kostenloses E-Book: Selbstliebe lernen und den eigenen Weg gehen — 10 Schritte für ein Leben, nach dem dein Herz sich sehnt.
Dem Leben vertrauen und loslassen lernen: Wie du aufhören kannst, zu kämpfen und dein Leben dadurch viel leichter wird Vom richtigen Zeitpunkt — Wie du lernst, auf deine innere Stimme zu hören. Warum du dich nicht von deiner Angst vor Fehlern leiten lassen darfst. Sich abgrenzen von den Erwartungen anderer — 8 Gründe, warum du dir und deinem Umfeld ein Geschenk damit machst.
Als sie mir das schrieb, konnte ich sie bestens verstehen. Warum es ein Geschenk für dich und dein Umfeld ist, wenn du dich abgrenzen kannst Klingt das frustrierend in deinen Ohren, dass wir es nicht allen Recht machen könne? Ja, im ersten Moment scheint das eine ernüchternde und frustrierende Wahrheit zu sein. Und die zeige ich dir jetzt.
Niemand kann deine Bedürfnisse so gut vertreten wie du selbst Deine Bedürfnisse sind genau so wichtig wie die der anderen. Verrückt, oder? So wie du dich selbst behandelst, so behandeln dich auch die anderen Die Art und Weise, wie wir von anderen Menschen gesehen und behandelt werden, spiegelt uns immer direkt, wie wir uns selbst sehen und behandeln. Wenn du deine Bedürfnisse unterdrückst, werden sie irgendwann rebellieren und ausbrechen Jedes Mal, wenn du gegen deine eigenen Bedürfnisse handelst, unterdrückst du einen wichtigen Teil von dir.
Ihre Forderungen werden nicht nachlassen, wenn du sie unterdrückst. Wenn du ja sagst, obwohl du Nein meinst, spürt dein Umfeld das Wenn du etwas für einen anderen Menschen tust, obwohl du es eigentlich nicht tun willst, wird der andere es auf die ein oder andere Weise auch spüren. Vielleicht ist es ihm nicht vollkommen bewusst.
Aber es wird bei ihm ankommen. Nur wer ehrlich Nein sagt, kann auch ehrlich und aus ganzem Herzen Ja sagen Als ich angefangen habe, mich darin zu üben, mich von den Erwartungen anderer abzugrenzen und auch mal Nein zu sagen, habe ich etwas sehr erstaunliches erlebt. Sich abgrenzen schafft Vertrauen und macht dein Ja erst so richtig wertvoll Wenn du lernst, Nein zu sagen und es dir immer öfter gelingt, wird irgendwann dein gesamtes Umfeld wissen, dass du es sagst, wenn du etwas nicht willst.
Und so ist es auch beim Nein sagen und Sich abgrenzen. Das muss nicht hässlich und unangenehm laufen. Und erst recht muss es kein Kampf sein. Dich abgrenzen lernen — darf ich dich dabei unterstützen?