Psychologie nase zu
Manche Ausdrücke sind schlicht Angewohnheit oder dienen dazu, beim Erzählen Akzente zu setzen, sagt Merten. Allerdings hinterlassen auch unterdrückte Emotionen Spuren, sogenannte micromomentary expressions : minimale Bewegungen, die für Zehntelsekunden übers Gesicht huschen, bevor die Mimik unter Kontrolle gebracht ist. Die Signale sind schwer zu erkennen, aber man kann seinen Blick für sie trainieren.
In Mertens Kursen lernen dies etwa Psychologen, Coachs und Verhandlungsführer aus der Wirtschaft. In Gesichtern wie in einem Buch zu lesen sei aber dennoch nicht möglich, betont Merten. Seine Experimente ergaben: Sollen Personen einschätzen, wie sich ihr Gegenüber in einem Gespräch gefühlt hat, dann hängt das Ergebnis auch davon ab, was sie selbst in dieser Situation empfunden haben.
Am Media Lab des Massachusetts Institute of Technology arbeiten Wissenschaftler an Maschinen, die Gesichtsausdrücke objektiver analysieren sollen als ein Mensch. Hier hat Rana el Kaliouby eine Brille entwickelt, die Mimik interpretiert. Jetzt teilen auf: Facebook Facebook twitter Twittern Flipboard Flippen Whatsapp WhatsApp Facebook Messenger Facebook Messenger Pocket Pocket Mail Mailen Artikel drucken.
Berlin dpa - Wer dabei entdeckt wird, schämt sich. Dem Drang des höchst privaten Vorgangs des Popelns sollte man dieses Jahr noch stärker widerstehen. Wegen des Coronavirus warnen Mediziner davor, sich häufig ins Gesicht zu fassen und so die Viren zu verbreiten. Trotzdem wird der "Internationale Tag des Nasenbohrens" April begangen, dessen Ursprung - wie bei manch anderem kuriosen Gedenktag auch - im Dunkeln liegt.
Am liebsten bohren die Menschen in der Nase, wenn sie sich unbeobachtet glauben - etwa allein zu Hause. Eine Sonderstellung nimmt das eigene Auto ein. Gestresste Menschen leiden häufig auch an Schlafstörungen oder Schlafmangel, was sich ebenfalls negativ auf das Immunsystem auswirkt und uns anfälliger für Infektionen macht. Erkältungsviren haben dadurch ein leichtes Spiel.
Ein häufiges Phänomen ist, dass der Schnupfen entstehst, wenn du zur Ruhe kommst. Halsweh, Kopfschmerzen und Rhinitis zählen zu den typischen Urlaubskrankheiten. In den meisten Fällen ist Stress der Auslöser: Stresshormone wirken sich direkt auf das Immunsystem aus und schwächen die Fähigkeit der Immunzellen, sich zu vermehren, um Krankheitserreger abzuwehren.
Das macht dich im Allgemeinen anfälliger für Infektionen. Doch warum entsteht die Krankheit im Urlaub, wenn du dich entspannst? Solange du unter Stress leidest, ist der Cortisolspiegel Stresshormon hoch und unterdrückt die direkte Reaktion des Immunsystems. Im Urlaub baust du jedoch Stress ab und damit reduzieren sich die Cortisolwerte.
Es kommt zu einer verzögerten Immunreaktion. Forscher der niederländischen Universität Tilburg haben in einer Studie festgestellt, dass rund 3,5 Prozent der Männer und etwa 3 Prozent der Frauen an diesem Urlaubssyndrom leiden. Verschiedene Studien weisen darauf hin, dass Optimisten seltener an Schnupfen leiden. Eine positive Einstellung ist also ausgezeichnet zur Vorsorge.
Eine in der Zeitschrift Psychosomatic Medicine veröffentlichte Studie berichtet beispielsweise, dass verklemmte und traurige Menschen häufiger über Erkältungssymptome klagen, auch wenn sie gar keine Erkältung haben.
Allerweltskrankheit Schnupfen: Ich habe die Nase voll!
Dieser Effekt tritt jedoch nur auf, wenn der Geruch unterhalb der Wahrnehmungsschwelle liegt? Das Ergebnis zeige einmal mehr, wie stark emotionale Situationen von unbewussten Sinneseindrücken geprägt werden. Wen Li Northwestern University in Chicago et al. Ilka Lehnen-Beyel.
Das Thema: Krankheit als Sprache der Seele | Psychologie | radioWissen | Bayern 2 | Radio |
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