Psychologe nach autounfall

Die Gefühle und Wahrnehmungen der Betroffenen akzeptieren, auf entsprechende Signale achten; negative Gefühle aber nicht bestätigen. Fragen, was benötigt wird. Keine unrealistischen Versprechen und keine falschen Informationen geben. Niemanden unter Druck setzen. Medizinische Hilfen organisieren oder Erste Hilfe leisten. Informationen über das Geschehene geben.

Für Essen, Getränke und nach Möglichkeit eine angenehme Umgebung sorgen. Kontakt zu Familie, Freundinnen und Freunden herstellen, vertraute Personen einbinden. Bei Bedarf weitere Unterstützung organisieren zum Beispiel eine Unterkunft besorgen.

Welche Unterstützung ist unmittelbar nach einem Trauma sinnvoll?

Informationen über Anlaufstellen für weitere Hilfen geben zum Beispiel Traumaambulanzen. Was ist noch wichtig? Eine traumatische Situation kann auch für Helferinnen und Helfer belastend sein. Folgendes ist ebenfalls wichtig: Sich nicht durch starke Emotionen verunsichern lassen, beispielsweise durch Wutausbrüche. Die eigenen Grenzen als Helferin oder Helfer erkennen und wenn nötig selbst Unterstützung suchen.

Kulturelle und soziale Besonderheiten beachten — diese können Einfluss auf den Umgang mit Belastungen haben. Auf die eigene Wirkung achten: Welche Worte wähle ich?

Welche Unterstützung ist unmittelbar nach einem Trauma sinnvoll?

Wie ist meine Körpersprache? Wie ist mein Gesichtsausdruck? Das Trauma wird dadurch zu einem Erlebnis im Leben, das in die Lebensgeschichte integriert wird, ohne im Nachhinein in irgendeiner Weise eine Belastung darzustellen. Das ist der natürliche Verlaufsprozess der Verarbeitung eines Traumas. Doch jeder Mensch ist anders und so verarbeitet auch jeder Mensch Erlebnisse individuell.

Das Trauma nach einem Unfall: Wenn die Welt schief steht

Für den Busfahrer ist der erlebte Verkehrsunfall während seiner Dienstzeit zwar belastend, aber nach der Verarbeitung ohne Hilfe kann er wieder, wie vor dem Ereignis, seinem Beruf nachgehen. Der Fahrer des Pkw, der in den Unfall verwickelt war, kann aufgrund seiner Angst kein Auto mehr fahren. Während einer von den Fahrgästen aus dem Bus, der zunächst Probleme hatte wieder in einen Bus einzusteigen, nach wenigen Beratungssitzungen wieder die öffentlichen Verkehrsmittel nutzt.

Alle drei beschriebenen Personen haben den gleichen Unfall erlebt und dennoch leiden sie nicht auf die gleiche Art und Weise. Die Selbstheilungskräfte waren für den Busfahrer ausreichend, der Fahrgast konnte mithilfe der Beratung seine Selbstheilungskräfte reaktivieren aber der Fahrer des Pkw benötigt Hilfe, beziehungsweise Unterstützung in Form einer Psychotherapie, um das Erlebte zu verarbeiten und in seiner Lebensgeschichte als einen Teil von vielen, der nicht mehr belastet, zu integrieren.

Nichts ist mehr wie es war Durch das erlebte Trauma hat die betroffene Person ihre eigene Belastbarkeitsgrenze kennengelernt. Das Gefühl, das eigene Leben weitgehend unter Kontrolle zu haben wurde durch das Erlebte erschüttert und das bisher intakte Weltverständnis ist nicht mehr vorhanden.

Auch das Miterleben eines Unfalls als Zeugin und Zeuge, Ersthelferin und Ersthelfer kann traumatisierend sein. Sichtbare Wunden werden in der Regel umgehend behandelt. Was aber passiert mit Ihren unsichtbaren Verletzungen? Für alle Beteiligten ist es daher von höchster Wichtigkeit, seelische Wunden frühzeitig zu erkennen und im Bedarfsfall umgehend zu behandeln.

Lassen Sie es nicht soweit kommen, dass der Verkehrsunfall langfristige, seelische Folgeerkrankungen wie Depressionen, Ängste oder ähnliches bei Ihnen hervorrufen kann. Es hat sich für viele Betroffene und Angehörige bewährt, über Ihre Ängste und Sorgen zu sprechen. Je nach Anforderung entwickelt der behandelnde Experte gemeinsam mit dem Patienten eine passende Behandlungsmethode und unterstützt diesen dann bei der Verarbeitung der traumatischen Erlebnisse.

Wie bei einem Trauma nach dem Verkehrsunfall geholfen werden kann Unter einem Unfall leiden oft nicht nur die verletzte Person: Auch Ersthelfer, Augenzeugen und Unfallverursacher können durch das Erlebte von einem Trauma betroffen sein und haben mit erheblichen psychischen Folgen zu kämpfen. Bei besonders schwerwiegenden Verkehrsunfällen kommen Krisenintervention-Teams zum Einsatz, welche involvierte Personen, Ersthelfer und Augenzeugen durch das Erlebte hindurch betreuen.

Die Grundprinzipien der Krisenintervention sind dabei schlicht: Zu ihren Aufgaben gehören das Wiederherstellen von Sicherheit, Verbundenheit, Ruhe, Selbst, kollektive Wirksamkeit und Hoffnung. Psychische Spätfolgen sind — wie bereits erwähnt — nicht nur bei verletzten Personen, sondern auch bei Unfallverursachern zu erwarten. Zusätzlich zu den Spätfolgen des Unfalls plagen sie Gewissensbisse, sie machen sich Schuldvorwürfe und entwickeln häufig Depressionen und Schlafstörungen.