Psychologie kindheit aufarbeiten
Lange dachte Clara, ihre Mutter sei einfach gehässig. Dann fand sie heraus: Es handelt sich um eine narzisstische Persönlichkeitsstörung. Wie erkennt man Narzissmus und wie können Angehörige damit umgehen? Wie heilt man emotionale Wunden, die eine ungesunde Beziehung hinterlassen kann? Paartherapeutin Sharon Brehm erklärt, was die typischen Fehler nach einer Trennung sind und warum verzeihen überbewertet wird.
Wie man seine Kindheit aufarbeiten kann:
Seine Gedanken fangen an zu kreisen. Soll er hingehen und das klären? Oder weitermachen wie gehabt? Reinhart versucht, sich auf seinen Job zu konzentrieren. Doch er kann die Grübelei nicht stoppen, ob er etwas grundlegend falsch gemacht hat.
Positive Vergangenheitsbewältigung: loslassen oder akzeptieren?
Um 17 Uhr schaltet er erschöpft den Rechner aus. Vielleicht droht ihm die Kündigung? Die hat eine pragmatische Erklärung: Vermutlich hatte sein Chef keine Zeit für viel Lob. Wochenlang hatten sich seine Kollegen darauf vorbereitet. Dann fühlt er sich klein und hilflos, ist sich sicher, dass er etwas falsch gemacht hat und dass harte Konsequenzen drohen.
Doch nie treten seine Befürchtungen ein. Vermutlich, sagt sie, habe er sich als Kind häufig zurückgewiesen gefühlt oder Angst vor den Reaktionen seiner Eltern gehabt. Sie werden in bestimmten Situationen das Gefühl nicht los, etwas falsch gemacht zu haben, und befürchten Kritik oder Strafe. Sie entschuldigen sich, wenn sie sprechen, so als hätten sie kein Recht dazu.
Oder wenn sie an einen Ort kommen oder weggehen, usw. In dieser Verhaltensweise sieht man die Spur einer eingeschränkten, vielleicht sogar demütigenden Kindheit, in der jemand wenig Liebe erfahren hat. Jene Personen haben das Gefühl, dass sie sich wegen jedes Handelns, das ihre Präsenz in der Welt zeigt, entschuldigen müssten. Diese Charaktereigenschaft ist eine der am weitverbreitetsten Folgen von erlebten Traumata in der Kindheit, die noch nicht verarbeitet wurden.
Aus einer traumatischen Kindheit entwickelt sich oft eine sehr konfliktreiche Familienstruktur. Ein Umfeld, in dem Uneinigkeiten und Aggressionen die Regel waren und sind. Mit jedem Wort und jeder Tat konnten und können eine ganze Reihe von Problemen entstehen. Daher kann es sein, dass ein betroffener Mensch mit Angst und dem Fokus auf dem Konflikt lebt.
Erschöpft durch die eigene Kindheit?: Burnout Praxis Berlin: Marcus Neuzerling,
Wer Konflikte liebt, macht aus allem ein Problem. Wer den Konflikt hingegen scheut, flieht unter allen Umständen vor. Sogar eigene Überzeugungen werden über Bord geworfen, nur um eine Auseinandersetzung zu vermeiden. Traumata aus der Kindheit lösen sich jedoch nicht von allein, oder zumindest nur sehr selten. Es ist notwendig, sie aufzuarbeiten, damit sie sich nicht negativ auf die Persönlichkeit auswirken und einem das Leben zur Hölle machen.
Etwas von allem, das wir im Laufe der Jahre erlebt haben, bleibt für immer. Doch im Erwachsenenalter liegt es an uns, mit in der Kindheit erlebten Traumata auf eine Weise umzugehen und sie zu verarbeiten, sodass sie uns nicht schaden. Es gibt Kinder, die das Pech haben, unreife Eltern an ihrer Seite zu haben, was ihre Persönlichkeit unweigerlich prägt und psychologische Folgen ha Alle zitierten Quellen wurden von unserem Team gründlich geprüft, um deren Qualität, Verlässlichkeit, Aktualität und Gültigkeit zu gewährleisten.
Die Langzeitstudie von Emmy Werner und Ruth Smith zeigt, dass unsere Stressresistenz zum einen davon abhängt, welche Persönlichkeit wir mitbringen und zum anderen, in welchen Vertrauensverhältnissen zu anderen Menschen wir aufwachsen. Ihr Handeln war geprägt durch ein aktives Bewältigungsverhalten, nicht durch Resignation. Alle haiwaiianischen Kinder, die zwar zu Hause niemanden hatten, dem sie sich anvertrauen konnten, aber in ihrem näheren Umfeld eine emotionale Bindung zu mindestens einer Bezugsperson aufbauen konnten, gelang es später ein normales Leben zu führen.
Bezüglich des Vertrauens durch Bezugspersonen sei es ebenfalls wichtig, dass wir durch sie gespiegelt würden, meint der österreichische Philosoph, Sozialwissenschaftler und Resilienzexperte Harald Katzmair. Sich selbst einzuschätzen und seine eigenen Schwächen, aber auch Stärken zu erkennen, gelinge auch dadurch, selbst für andere Verantwortung zu übernehmen.
Meine Freundin ist so ein älteres Geschwisterkind, sie hat eine zwei Jahre jüngere Schwester. Eine ihrer wichtigsten Bezugspersonen war ihre Deutschlehrerin, die sich mit ihr und ihren Problemen beschäftigte. Zu ihr konnte sie gehen, wenn es zu Hause brenzlig wurde. Gut möglich, dass all das eine Rolle dabei spielte, dass sie nicht an ihrem Elternhaus zerbrach.
Eltern, die ihre Schützlinge vor jedem Unheil bewahren wollen, tun ihnen nichts Gutes. Kinder mit sogenannten Helikoptereltern würden oft zu sehr abgeschottet; sie müssten nichts lösen und könnten damit gut durchs Leben kommen.