Psychologie spiegelprinzip
Die Forscher haben acht Ferkel in einen Pferch gesperrt und dort mit einem Spiegel konfrontiert — fünf Stunden lang. Anfangs grunzten oder stupsten die Tiere ihr Spiegelbild nur an, das sie für einen Artgenossen hielten. Daraufhin wurden die derart "vorgebildeten" Schweine einzeln in ein Gehege mit einem vollen Trog gebracht. Wo er stand, war nur in einem Spiegel zu erkennen: Die Futterquelle war hinter einer Barriere versteckt, ein Ventilator verwirbelte den Geruch des Fressens.
Unser Gegenüber hilft uns dabei, unsere eigentliche Persönlichkeit und Überzeugungen immer wieder ein Stück mehr zu erkunden. Denn alles, was ich am Anderen kritisiere oder sogar bekämpfe und an ihm verändern will, kritisiere, bekämpfe und unterdrücke ich in Wahrheit in mir selbst und hätte es auch in mir gerne anders.
Spiegelgesetze – Yogawiki
Dies ist nämlich ein Aspekt, den man zu allererst in sich selbst trägt. Dinge und Gefühle, welche an der eigenen Persönlichkeit nicht gefallen, gefallen im Umkehrschluss auch nicht am Anderen. Man hat sich selbst noch nicht gänzlich angenommen, gelernt seine Schwächen, Ecken und Kanten zu akzeptieren und sie zu lieben, weil sie nun mal einen Teil der eigenen Persönlichkeit bilden und zu einem gehören.
Ist die Persönlichkeit jedoch bereits einen Schritt weiter, herrscht Selbstliebe und -annahme vor, dann hat man das dritte Spiegelgesetz erreicht. Die Sache, welche er im Anderen anprangert, hat er lediglich mit sich selbst nicht geklärt. Man muss mit dem Spiegelprinzip jedoch vorsichtig sein, um nicht einer Gleichmacherei von Tätern und Opfern das Wort zu reden.
Empfehlenswert scheint mir daher eine abgeschwächte Fassung zu sein, wie z. Aber es gibt auch andere Erscheinungsformen.
Kognition: Das Ferkel bin ja ich
Empathie zum Beispiel ist im Prinzip auch eine Spiegeleigenschaft, man kann sich in einen Menschen hineinversetzen. Das ist weniger negativ. Es wird dann problematisch, wenn man bedenkt, dass man sich immer selbst mit hinein spiegelt, also immer die Dinge so empfindet, als wenn sie einem selbst passiert wären, anstatt bei dem Blickwinkel der Person zu bleiben. Wie gesagt der Begriff "Spiegelung" wird in der Psychologie sehr verschieden verwendet.
Tatsächlich halten sie uns den Spiegel auf eine Art und Weise vor, die uns sehr präzise dort hinführt, wo es wehtut. Egal ob du in deinen Beziehungen ständig auf Distanz gehalten wirst oder derjenige bist, der immer wieder die Flucht ergreift. Beides sagt eine Menge über deine emotionalen Muster und führt tatsächlich an dieselbe Wurzel dieses Problems, das gesunde Beziehungen auf Augenhöhe, so wie sie uns tatsächlich gut tun, immer wieder verhindert.
Was uns das Spiel von Nähe und Distanz über unsere Muster verrät Ich erinnere mich gut daran, wie ich besagtem Menschen stets subtil den Vorwurf der Beziehungsunfähigkeit machte, ja felsenfest davon überzeugt war, dass er derjenige sei, der durch seine Bindungsangst eine stabile Partnerschaft verhindere.
Das Spiegelprinzip ist unerbittlich: Egal, wer in der Partnerschaft den vermeintlich übersteigert distanzierten oder den vermeintlich übersteigert bedürftigen Part einnimmt. Während der eine Part aufgrund seiner Panik, sich selbst und die Kontrolle in der Beziehung zu verlieren, klammert und ständig mehr Nähe einfordert — sei es offensichtlich oder auf subtile Art und Weise — und mit allen Mitteln und Strategien um Liebe und Zuwendung kämpft, ergreift der andere Part aus demselben Motiv heraus immer wieder die Flucht.
Weil auch er eine tiefsitzende Angst hat, die Kontrolle zu verlieren und nicht mehr Herr der Lage sein zu können — oft aus der Unfähigkeit heraus, auf dem Fundament eines gesunden Selbstwertes gesunde Grenzen für sich zu setzen und für sich und seine Bedürfnisse einzustehen. Dieses Fluchtverhalten wiederum treibt den bedürftigen Part schier in den Wahnsinn, seine Angst vor Zurückweisung und damit Kontrolle über den Partner, über die Beziehung, über das Gefühl der eigenen emotionalen Sicherheit wird auf massivste Weise angetriggert, was einen völlig normalen Schutzmechanismus in Gang setzt.
Weil der Schmerz kaum noch auszuhalten ist, macht der einst so nach Nähe lechzende Part alle Schotten dicht und baut meterhohe Mauern um sein Herz. Ist der einst bedürftige Part auf einmal vermeintlich unabhängig und frei, kann ein radikaler Rollenwechsel erfolgen. Die Konsequenz ist erstaunlich: Ist der einst bedürftige Part auf einmal vermeintlich unabhängig und frei, kann ein radikaler Rollenwechsel erfolgen.