Psychologie des lächelns
Nach einer Weile ziehen sie sich zurück, in ihren Kunden oder Patienten sehen viele dann keine Menschen mehr, sondern Objekte.
10 Fakten über Lächeln
Mediziner definieren Burnout als Kombination dieser Symptome, nicht als Krankheit. Bei vielen Betroffenen löse das Syndrom aber psychische Krankheiten wie Depressionen oder Persönlichkeitsstörungen aus, sagt Ralf Wegner vom Zentralinstitut für Arbeitsmedizin in Hamburg. Den Zusammenhang zwischen gespielten Gefühlen und Burnout belegt eine Studie von Christian Dormann, Professor für Arbeits-, Organisations- und Wirtschaftspsychologie an der Universität Mainz.
Er befragte Menschen, die in deutschen Call-Centern arbeiteten. Manche von ihnen nahmen am Telefon Bestellungen der Kunden auf, andere mussten deren Beschwerden aushalten. Lächeln macht sofort glücklich: Grundlos lächeln ist Quatsch? Lächeln macht glücklich — unabhängig davon, ob wir wirklich einen Grund zur Freude haben.
Das fand unter anderem der französische Psychologe Robert Soussignan in einer Studie. Danach sollten sie verschiedene Videos bewerten. Lächeln sorgt für Eifersucht: Männer, die von einer Frau angelächelt werden, werden von anderen Frauen als attraktiver beurteilt — von anderen Männern jedoch abschätziger angesehen.
Nun bekamen die Teilnehmer die Bilder noch einmal gezeigt — allerdings war den Gesichtern nun ein Frauengesicht zugewandt, das entweder lächelte oder ernst guckte. Danach sollten die Probanden die Attraktivität der Gesichter erneut beurteilen. Ergebnis: Die Gesichter, die von der Frau angelächelt worden waren, fanden die weiblichen Probandinnen attraktiver.
Männer fanden die Porträts im Falle der lächelnden Frau hingegen unattraktiver. Lächeln verlängert das Leben: Ernest Abel und Michael Kruger von der Wayne State Universität in Michigan werteten in einer aktuellen Studie die Autogrammkarten von Baseball-Spielern aus dem Jahr aus. Die einen lächelten sanft, die anderen zeigten breit grinsend ihre Zähne, wieder andere lächelten gar nicht.
Nun schauten sich die Wissenschaftler die Spieler genauer an, die bereits verstorben waren und verglichen ihre Lebensdauer mit dem Lächeln auf dem Foto. Verblüffend: Die Gruppe ohne Lächeln auf den Lippen hatte im Schnitt 72,9 Jahre gelebt. Die leisen Lächler hatten es auf immerhin 75 Jahre gebracht — und die breiten Grinser auf stolze 79,9 Jahre.
Der Effekt ist nicht sehr stark Doch nun hat ein Team dreier US-Universitäten in einem methodischen Kraftakt Studien mit insgesamt gut 11 Teilnehmern, die in den letzten Jahrzehnten zu diesem Thema erschienen sind, zusammenfassend statistisch analysiert. Das Ergebnis: Und sie bewegt sich doch! Der Gesichtsausdruck beeinflusst tatsächlich die Gefühle ; lächeln macht uns fröhlicher, finster dreinschauen macht uns ärgerlicher.
Wir fassen hier die wichtigsten Erkenntnisse zusammen und geben euch Tipps, wie ihr diese in euer Training integrieren könnt. Das Bleistift-Experiment Bereits in der frühen Kindheit werden Assoziationen zwischen Lachen und positiven Gefühlen verknüpft und gelernt. Wenn wir lachen, sind wir fröhlich.
Der kleine Unterschied beim Lächeln
Wenn wir lachen, geht es uns gut. Wie auch ein imitiertes, bewusst erzeugtes Lachen zu einer positiven Stimmungsänderung kommen kann, haben bereits Strack, Martin und Stepper in ihrer Studie gezeigt. Sie orientierten sich an der Facial-Feedback-Hypothese, welche auf Charles Darwin zurückgeht und besagt, dass ein veränderter Gesichtsausdruck mit veränderten subjektiv wahrgenommen Emotionen einhergeht.
Die Autoren teilten Versuchspersonen in zwei Gruppen: Während die eine Gruppe sich einen Bleistift zwischen die Zähne klemmen musste, wurden die anderen Probanden dazu aufgefordert, den Bleistift mit den Lippen festzuhalten. Bei einem echten Lächeln sogenanntes Duchenne-Lächeln kommt es zu einer Kontraktion zweier Muskeln, des Zygomaticus major für die Mundbewegung und des Orbicularis oculi für die Augen- und Wangenbewegung.
Dies unterscheidet sich von einem simulierten, unechten Lächeln, bei welchem in der Regel die Aktivierung der Augenringmuskulatur fehlt. Hält man nun den Bleistift zwischen den Lippen, werden die für das Duchenne-Lächeln relevanten Muskeln beansprucht und stehen entsprechend nicht zur Verfügung. Mit dem Stift zwischen Zähnen oder Lippen mussten die Versuchspersonen dann einen Cartoon ansehen und anschliessend beurteilen.
Das Ergebnis zeigte, dass diejenigen, die den Bleistift zwischen den Zähnen hielten, den Cartoon als signifikant witziger eingestuft hatten als die anderen Teilnehmer.
Wie Sie häufiger ein Lächeln geschenkt bekommen
Diese Ergebnisse machten die Facial-Feedback-Hypothese einem breiteren Publikum bekannt. Der Einfluss des Lächelns auf die Beurteilung von Lustigkeit konnte so eindeutig nie mehr repliziert werden. Dennoch konnte eine Vielzahl von Untersuchungen Zusammenhänge zwischen dem Gesichtsausdruck und dem eigenen emotionalen Erleben nachweisen, unter anderem im Sport: Mit einem Lächeln im Gesicht werden Anstrengungen als weniger stark wahrgenommen, in Regenerationsphasen sinkt der Puls rascher, die Muskulatur ist entspannter, und so weiter.
Die Verbesserung der Laufökonomie ist ein Ziel fast jedes Ausdauertrainings.