Psychologie heute leben resilienz
Resilienz bedeutet einfach: Obwohl ich schweren Belastungen ausgesetzt war, bleibe ich gesund. Es handelt sich also um die Aufrechterhaltung oder rasche Wiederherstellung der psychischen Gesundheit während oder nach schwierigen Lebensereignissen oder schwierigen Lebensumständen — Trennungssituationen, Stress bei der Arbeit, was auch immer. Ist diese Resilienz in allen Arten von Stresssituationen gleich?
Widerstandskraft: Resilienz steckt in uns allen: Psychologie Heute
Sprich: Ist man auf Beziehungsstress genauso resilient wie auf Arbeits- oder gar den Coronakrisenstress? Wir haben noch Anfang gedacht, dass das eher unwahrscheinlich ist. Jetzt aber haben wir in der Coronakrise eine Studie gemacht, in der wir genau das getestet haben. Wir kennen aus früheren Forschungen zu verschiedenen Spielarten von Krisen ein Set von Resilienzfaktoren, die sich günstig auswirken.
Und in dieser Coronakrise sind die auch effektiv, obwohl diese Krise ja ganz anders ist als andere Herausforderungen.
SUPERKRAFT RESILIENZ – WIE SIE VON DER KRISE PROFITIEREN KÖNNEN
Es handelt sich zum Beispiel um eine kollektive Krise, mit der wir alle irgendwie zu kämpfen haben. Denn Resilienz, wie Kalisch sie beschreibt, ist kein Schutzschild, sondern eine Form der Aktivität. Resilient sind nicht die, die sich nicht berühren lassen, sondern die, denen es gelingt, in allem Übel auch noch ein Körnchen Gutes zu finden, die, deren neuronales Belohnungssystem auch in stressigen und belastenden Situationen noch Aktivität zeigt.
Solche Menschen machen sich keine Illusionen, aber bei Ungewissheit neigen sie dazu, eher einen positiven Verlauf der Dinge anzunehmen, und sie glauben eher, dass sie selbst etwas bewirken können. Wie solche Bewertungsstile entstehen, wie sie im Gehirn realisiert sind und auch, wie man sie beeinflussen kann, untersuchen die Mainzer Forscher mit vielen Methoden: Über Jahre hinweg füllen die Probanden alle drei Monate Fragebögen zu ihrem Befinden aus, die Forscher untersuchen Hirnaktivität, Schlafdauer , Stresshormone, Hautleitfähigkeit, Herzschlag, Blutproben und die Mikroorganismen im Stuhl.
Umlernen ist möglich Kalischs vorläufiges Ergebnis: Resilienz ist kein Schicksal. Da es sich um einen Bewertungsstil handelt, kann man umlernen und schädliche Assoziationen verlernen — aber nicht mal eben schnell. Der Autor stellt diesen Vorgang eher auf eine Stufe mit einer Psychotherapie: ein langfristiger Prozess, auf den man sich einlassen und den man wollen muss.
Resilienz hilft uns dabei, mit Schwierigkeiten umzugehen, Stärken zu entwickeln und als Persönlichkeit zu reifen. Deshalb ist die Entwicklung von Resilienz nie abgeschlossen. Beginn der Resilienzforschung in den 70er-Jahren In den 70er-Jahren rückte das Thema der psychischen Widerstandskraft in den Fokus der Forschung. Die wohl bekannteste und auch älteste Studie im Bereich der Resilienzforschung ist die Kauai-Studie der Amerikanerin Emmy Werner im Jahr Organizing for resilience.
Resilienz lernen: Der Weg zur inneren Stärke |
Cameron, J. Quinn Eds. San Francisco, CA: Berrett- Koehler. Liberabit 11, Work engagement and occupational burnout: Its relation to organizational socialization and psychological resilience. Eine Krise ist ein produktiver Zustand. ZEIT ONLINE. Keeping Positive and Building Strength: The Role of Affect and Team Leadership in Developing Resilience During an Organizational Crisis.